Studenten geben Sommeruniversität gute Noten / Gut, dass auch Sportveranstaltungen angeboten werden
Rinteln (cok). Wer nimmt eigentlich teil an der Sommeruniversität? Wie kommt das "Studium auf Probe" mit seinem Orientierungsangebot bei den "Studenten" an? Hier die Ergebnisse einer kleinen Zufallsumfrage am Dienstagabend, dem 4. Sommeruniversitätstag, in der "Unimensa" im Gemeindehaus der reformierten Kirche.

Maren Hachmeister,
Jan Gebauer
Pauline Harlass aus Einbeck hat gerade Abitur gemacht und an der Sommeruni ein Rundum-Programm gewählt, von Einstein und Wilhelm Busch über das BWL-Seminar und "Liebe, Sex und solche Sachen", bis hin zum Seminar "Presse und Öffentlichkeitsarbeit". "Ich habe hier die Gelegenheit genutzt, mir noch unbekannte Themen aufzugreifen", sagt sie. Eigentlich aber weiß sie schon, was sie will, nämlich bei der Bundeswehr ein Studium der "Wirtschafts- und Organisationswissenschaften" aufnehmen.
"Ich freue mich sehr auf das Studium", sagt David Seiler aus Hamburg, der vor einem Jahr sein Abitur machte und noch schwankt, ob er Zahnmedizin oder Jura wählen soll. Das Jura-Seminar war genau das richtige für ihn, aber auch die "Einführung in die Germanistik" konnte ihn interessieren. "Eigentlich suche ich hier die Bestätigung, dass es richtig ist, zu studieren", meint er. "Und ich glaube, diese Bestätigung habe ich bereits gefunden."
"Wenn man allgemein gewusst hätte, wie gut diese Sommeruni ist, wie gut auch die Ausbilder, dann wären bestimmt noch viel mehr Teilnehmer gekommen." Reza Scheidemann (12. Kl.) aus Hildesheim denkt schon seit Jahren daran, Jura zu studieren und Anwalt zu werden. Das Seminar "Recht haben heißt nicht Recht bekommen", hat ihn sehr interessiert und in seiner Entscheidung bestärkt. "Jetzt bin ich mir ganz sicher: Jura ist mein Ding!"
Imke Lübbers (11. Kl.) aus Hameln zeigt sich angetan vom Einführungsseminar in die Kunstgeschichte, das sie wählte, weil sie mit dem Gedanken spielt, vielleicht Kunst zu studieren. "Philosophie mit Aristoteles" war nicht ganz das Richtige, aber sie sieht das ganz entspannt: "Ich habe ein tolles Konzert mit mittelalterlicher Musik gehört und finde sehr gut, dass auch Sportveranstaltungen angeboten werden!"
Daniela Lingen (13. Kl.) aus Hameln hörte den Vortrag "Klassik, Rock und Pop" und belegte Seminare wie die Einführung in die Kunstgeschichte und "Der Turm zu Babel und das Ischtator". "Ich habe hier wirklich viel gelernt", sagt sie. "Für meinen Kunst-Grundkurs, aber auch einfach für das Leben." Sie zeichnet gerne Mangas und zeigt sie ihren Freunden, auch während der Rintelner Sommeruniversität übrigens.
"Ich war positivüberrascht davon, wie sehr mich ein Studium interessieren könnte", meint Daniel Wiezoreck (11. Kl.) aus Wolfsburg. Er hat bereits eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann hinter sich und entdeckte dann, dass er eigentlich ganz andere Ziele hat. Er belegte u. a. zwei Seminare zur Ägyptologie und das Philosophenseminar "Sophies Welt", um sich mal in weniger pragmatischen Bereichen zu orientieren.
Maren Hachmeister und Jan Gebauer (beide 13. Kl.) kommen aus Osloß bei Wolfsburg. Sie loben beide das Sommeruni-Seminar "Medizin in der Praxis", bei dem der Beruf ganz konkret von einem praktizierenden Arzt vorgestellt wurde. "Wir konnten individuelle Fragen stellen. Sowas nimmt auch die Angst vor dem Studium", sagt Maren. Jan wählt außerdem das Seminar "Lehrer sein - Traumberuf oder Alptraum". "Kann sein, dass ich nur die Bestätigung suche: Lieber nicht..." Beide schätzen die Chance, im letzten Schuljahr vor den Bewerbungen eine Orientierung zu finden.
© Schaumburger Zeitung, 21.07.2005