Sommeruniversität Rinteln 2012
Sommeruni Rinteln 2012 - achte Hochschulorientierungswoche im Weserbergland

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Schaumburger Wochenblatt, 28.7.2010

323 Schüler schnupperten eine Woche lang akademisches Flair. Sommeruniversität: Voller Erfolg für Studenten und Dozenten

RINTELN (km). Fast allen "Studenten" der sechsten Sommeruniversität hat ihre einwöchige Probezeit in Rinteln gut gefallen, wie jetzt bei der Abschlussveranstaltung im Brückentorsaal deutlich wurde. Zum Abschluss überreichte Dr. Martin Beyersdorf, Leiter der zentralen Einrichtung für Weiterbildung an der Leibnitz-Universität Hannover, den Teilnehmern ihre Testate.

Die Veranstaltung in Kooperation zwischen der Leibnitz Universität Hannover und dem Landkreis Schaumburg sollte in erster Linie den am Studieren interessierten Schülerinnen und Schülern der Oberstufen Einblicke in die unterschiedlichsten Disziplinen und Themen bieten und ihnen so nach Möglichkeit bei der Studien- und Berufswahl behilflich sein. Insgesamt hatten sich für das sechste Studien- Kultur- und Freizeitprogramm mit seinen rund 70 Veranstaltungen immerhin über 300 Teilnehmer eingeschrieben, die meisten aus der näheren Umgebung, einige aber auch von weither - aus Polen und England etwa.

Die Teilnehmer konnten aus einem breiten Spektrum von über 20 Fachrichtungen wählen. Über 30 Wissenschaftler brachten mit rund 70 Seminaren, Workshops und Informationsveranstaltungen Uni-Betrieb in die Weserstadt. Jeden Tag konnte ein anderes Fach studiert, Studienanforderungen erprobt und Hochschulalltag stressfrei erlebt werden. Angeboten waren unter anderem Vorträge, Workshops und Seminare aus den Bereichen Geschichte, Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Jura, Politik, Theologie, Wirtschaftswissenschaften, Kunst, Musik und Naturwissenschaften. Und um die intellektuellen Bemühungen der Wissensdurstigen nicht ins Verbissenene abgleiten zu lassen, hatten die Veranstalter auch mit einem vielfältigen Freizeitprogramm aufgewartet. Auch für jene, die nach den vielen akademischen Aktivitäten leichten intellektuellen Stress verspürten, hatten die Organisatoren gesorgt: In verschiedenen Sporthallen konnten sich die Nachwuchs-Akademiker jeden Tag bei Badminton, Volleyball oder "Workout für alle" entspannen.

Einen guten Eindruck haben die jungen Leute in Rinteln allemal hinterlassen, fasste Undine Rosenwald-Metz bei der Verabschiedung im Brückentor zusammen. Die Jugend, so die Direktorin der Volkshochshule, sei keinesfalls faul, wie es in einer Studie von 2007 geheißen hatte - und schon gar nicht "oft betrunken". Diese Beschreibung habe besser auf die Studenten gepasst, die vor über 200 Jahre die Rintelner Universität besuchten. Trinkgelage, Prügeleien und Duelle seien damals an der Tagesordnung gewesen. Dennoch sei das studentische Leben in Rinteln wohl recht gemütlich gewesen - "wenn nicht gerade mal die Pest ausgebrochen war."

Einige der Studenten seien erst 15 Jahre alt gewesen, beschrieb Undine Rosenwald-Metz. Das Abitur sei für die Immatrikulation nicht nötig gewesen - aber: Alle Vorlesungen wurden grundsätzlich auf Latein gehalten worden.

Und Frauen habe es an der Uni seinerzeit "selbstverständlich" gar nicht gegeben - eine Bemerkung die im Brückentorsaal eher für Heiterkeit sorgte: Abermals lagt der Anteil der jungen Damen bei der Sommeruniversität locker über 70 Prozent.

Besonders erfreut zeigte sich die VHS-Chefin am Ende darüber, dass, wie bereits im Vorjahr, einige Teilnehmer sich selbst angeboten hätten, künftig als "Botschafter" der Sommeruniversität an ihren Schulen zu fungieren.